Erfolgreicher Herbst


Nach einer längeren Durststrecke in den letzten 1.5 Jahren konnte ich meine Leistungen endlich wieder etwas stabilisieren. Am Euromeeting in Norwegen konnte ich für die damalige Verfassung sehr gute Läufe zeigen. Nach einem Prolog und einer Jagdstart-Mitteldistanz stand am letzten Tag noch die Langdistanz auf dem Programm, bei welcher ich ein zufriedenstellendes Resultat erreichte. Mit dem 13. Rang konnte ich mir selbst bestätigen, dass ich trotz Verletzung gut trainieren konnte und mit ein wenig mehr Konstanz im Training einen grossen Schritt weiter kommen kann. Natürlich war dies auch wieder eine grosse Motivation für die kommenden Testläufe für den Weltcup in Grindelwald.

Da eben diese Läufe nicht optimal liefen, konnte ich mich nur knapp für den Weltcup qualifizieren. So bekam ich nun eine Chance das Jahr mit einer guten Leistung am ersten Weltcupeinsatz abzuschliessen. Mein Einsatz war eigentlich nur für die Mitteldistanz geplant, da aber Andreas Kyburz noch zu wenig fit war um einen Long zu Laufen, bekam ich gleich zwei Chancen an diesem Wochenende. In der Langdistanz waren einige Höhenmeter zu überwinden in den steilen Hängen, runter sowie rauf. Leider unterlief mit auf einer Routenwahl ein grober Fehler und habe mich für die obere Route entschieden, welche ca. 150Hm mehr hatte und somit einiges an Zeit verlor. Neben diesem grösseren Zeitverlust konnte ich jedoch den Rest des Wettkampfes mit einem guten Speed bis am Ende durchziehen. Mit dem 21. Rang im ersten Weltcupeinsatz bin ich natürlich sehr zufrieden und war motiviert für den nächsten Tag.

Da der Freitag Spuren in Form von Muskelkater hinterliess, musste ich vor der Mitteldistanz genug Einwärmen. Die ersten Meter nach dem Losrennen waren nicht gerade ein Spass mit meinen Beinen. Bis zum Start war ich langsam etwas warm und spürte den Muskelkater etwas weniger. Mit einer soliden technischen Leistung konnte ich meinen Top 30 Platz gerade halten. Meine physische Form war schon etwas beeinträchtigt vom Vortag und ich bekam dies jedes Mal zu spüren, wenn es bergauf ging. Da dies mein letzter Einsatz war, setzte ich mir das Ziel mindestens eine Bestzeit im Schlusshang zu laufen. Dies gelang mir auch zu den letzten zwei Posten.

Die Sprintstaffel am Sonntag lief ich nur noch als Vorläufer und konnte so etwas meine Beine schonen nach den beiden Wettkämpfen.

Etwas mehr als eine Woche nach dem Weltcup traf sich das Kader das letzte Mal dieses Jahr für ein Trainingslager im Tessin. Bei perfektem Wetter und teils sehr schönen Wäldern konnten wir nochmals unsere OL-Skills aufbessern. Ich konnte dieses Trainingslager sehr gut nutzen und es machte mir richtig Freude ein Trainingslager ohne Fussbeschwerden absolvieren zu können. Natürlich war dies auch noch etwas verstärkt durch den Fakt, dass ich vier Tage nach dem Trainingslager operiert werden sollte. So wollte ich es nochmals richtig geniessen!

Als ich im Sommer eine Kortison Spritze brauchte um die Saison noch beenden zu können, musste ich mir Gedanken über eine allfällige Operation machen. Das Problem, dass sich meine Nerven zwischen den 3. und 4. Zehen immer wieder entzünden bekam ich schon seit mehreren Jahren nicht in den Griff. Langsam zerrte es auch etwas an der Motivation, da ich nach jedem Training Schmerzen hatte und nie wusste ob ich am nächsten Tag noch rennen kann. So entschied ich mich für einen Eingriff, da auch die Experten der Meinung waren, dass es immer schlimmen und öfters vorkommen wird.

Also wurde ich am 19. Oktober operiert. Das heisst, die Nerven, welche sich immer entzündet hatten wurden entfernt. Die Zehen kann ich immer noch normal bewegen, nur das Gefühl zwischen den beiden Zehen ist nun etwas eingeschränkt. Schon nach einem Tag durfte ich wieder nach Hause und musste nur noch 3 Tage an den Krücken laufen, um den Vorfuss jeweils etwas zu entlasten. Zwei Wochen nach der Operation konnte ich wieder mit etwas Training beginnen und bin nun kontinuierlich am Steigern. Ungefähr nach 3 Wochen darf ich mit leichtem Jogging beginnen, solange es schmerzfrei geht. Ab Mitte Dezember sollte ich wieder mein normales Laufpensum absolvieren können. Nach diesen Wochen ganz ohne Laufen freue ich mich natürlich riesig wieder ins Lauftraining einsteigen zu können. Bis jetzt bin ich mit meinem Entscheid sehr zufrieden und zuversichtlich, dass ich nächstes Jahr wieder fit sein werde. Hoffentlich dann auch mit weniger Ausfällen aufgrund Verletzungen.


Verfasst am: 01.11.2017


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